Dieser Frage ist Medienanalytikerin Maria Pernegger von mediaaffairs in einer kürzlich präsentierten Studie nachgegangen. Der Schwerpunkt lag auf der Berichterstattung im Zusammenhang mit Kinderarmut und sozial benachteiligten Kinder.

 

Fakt ist, dass die Massenmedien teilweise selektiv, reduziert und auch verzerrt berichten.

Massenmedien wirken auf ihre LeserInnen ein und tragen so zum Meinungsbild einer Gesellschaft bei. Nicht alles, was berichtet wird, ist allerdings inhaltlich richtig oder objektiv.

 

Opfer oder kriminell

 

Maria Pernegger hat festgestellt, dass zum Großteil negative Vorurteile und Ressentiments durch die JournalistInnen verbreitet werden. Entweder werden Kinder in Medien bei Charity-Themen in der unmündigen Opferrolle beschrieben oder es wird über sie im Zusammenhang mit Jugendkriminalität berichtet. Bei letzterem wird dann in der Regel der Migrations– und Fluchthintergrund betont und somit ein negatives Rollenklischee „erfüllt“.

(So fand sie beispielsweise folgende reißerische Überschrift in der Gratiszeitung „Österreich“ vom 29.8.2017: „Terror-Teenie muss in Psycho-Anstalt“.)

Aber nur 3 % der untersuchten Berichte befassen sich mit den Potentialen der Kinder und Jugendlichen.

 

Spiegel der Gesellschaft?

 

Massenmedien können aber wohl auch als Spiegel einer Gesellschaft angesehen werden.

Österreich hat sich 1992 zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention bekannt. Im Groben sind Kinderrechte Versorgungs-, Schutz- und Beteiligungsrechte. Teile davon wurden erst 2011 in den Verfassungsrang gehoben.

Die tatsächliche Verwirklichung und Umsetzung erfolgt weiterhin schleppend. Wen wundert’s also, dass die Kinderrechte auch nur rudimentär von den Medien beachtet werden?

 

Lasst die Kinder reden!

„Wenn Erwachsene reden, bist du still!“

Wer hat diesen Satz nicht schon mal gehört? Oder gar verwendet? Kinderrechte sind Beteiligungsrechte.

Das heißt: Kinder sollen bei Entscheidungen, die sie selbst betreffen, angemessen eingebunden werden und ihre Meinung äußern können.

Warum allerdings in nur 3% der untersuchten Berichte die Kinder ihre Meinung kundtun durften und zitiert wurden, habe ich die Studienleiterin in einem E-Mail-Interview gefragt.

Das Interview können Sie in wenigen Tagen hier auf meinem Blog lesen.

 

Info:

Auftraggeber der Studie war die Volksanwaltschaft. Präsentiert wurde die Studie im September 2017.

(c) pixabay Alexas Fotos

 

Wie nehmen Sie sozial benachteiligte Kinder in Medien wahr?

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