Auch mir passiert es immer wieder mal, dass ich eine Schreibhemmung habe und meine Schreibblockade überwinden muss, weil ich

  • nicht so recht weiß, was ich in meinem nächsten Blogartikel oder Newsletter schreiben soll
  • völlig ratlos bin, wie ich anfangen soll zu schreiben
  • genervt anfange, aufhöre, wieder anfange, wieder aufhöre usw.
  • mich dauernd ablenken lasse – durch E-Mails, Facebook, Kaffee trinken, Wäsche aufhängen, Küche putzen usw. – alles andere ist interessanter!
  • unzufrieden mit meinem Geschreibsel bin.

Fühlt sich eine Schreibblockade bei Ihnen auch so an?

Dann habe ich hier ein paar Tipps, wie ich meine und Sie künftig Ihre Schreibblockade überwinden werden. Mit Ihnen kommen Sie leichter ins Schreiben und werden nicht mehr tagelang zögern, zaudern und den Text hinausschieben.

Alle Tipps habe ich selbst erprobt – Sie lesen gerade das Ergebnis meiner letzten Schreibhemmung 😊

1. Sie haben zwar Ideen, sind aber hin- und hergerissen?

Mein Tipp: Entscheiden Sie sich.

Es gibt ja so viele Themen, die Sie interessieren? So viele Fragen, die Sie beantworten könnten?

Vielleicht haben Sie auch nur eine vage Vorstellung? Egal.

Treffen Sie endlich eine Entscheidung.

Von dieser hängt nicht die Weltrettung ab, sondern nur, wann der nächste Text von Ihnen geschrieben wird.

Geben Sie sich einen Ruck, treten Sie Ihrer Schreibhemmung in den Hintern und nehmen Sie das nächstbeste Thema.

Denn egal, was nun entstehen wird:

Sie werden eine Grundlage für Ihren finalen Text und zumindest einzelne Textbausteine verwenden können.

Und das ist ja schon mehr als Sie jetzt haben 😉

2. Sie sind völlig planlos, weil Ihnen absolut nichts Spannendes einfällt?

Mein Tipp: Finden Sie Ihre Ideen und machen Sie sich ein Cluster.

Ein Cluster ist ein wundersames Gebilde:

  • Sie schreiben in der Mitte eines leeren Blattes Ihr Thema oder Ihre Frage auf.
  • Alles, wirklich alles, was Ihnen spontan dazu einfällt, schreiben Sie nun auf.
  • Jedes Stichwort setzen Sie in einen Kreis und verbinden es mit der Ausgangsfrage bzw. mit einem bereits vorhandenen Schlagwort.
  • Sie können auch Querverbindungen und Pfeile zeichnen.

Das schaut dann ungefähr so aus:

Schreibhemmung Cluster

Lassen Sie sich treiben – mithilfe Ihrer Intuition werden Sie immer neue Assoziationen und Ideen finden.
Mit dem Cluster haben Sie einen genialen Ideenspeicher für Ihren Text bzw. für weitere Texte.

3. Sie wissen nicht, wie Sie anfangen sollen.

Mein Tipp: Ganz egal wie, aber beginnen Sie zu schreiben.

Dazu stellen Sie sich am besten den Timer auf Ihrem Handy (auf 10, 15 oder 20 Minuten) und fangen an zu schreiben.

Ich liebe dieses „Freewriting“ – eine Schreibmethode, die aus dem amerikanischen Raum kommt und durch Peter Elbow bekannt wurde. Am liebsten nehme ich dazu mein Notizbuch und meine Füllfeder.

(In diesem Blogartikel erfahren Sie, warum Freewriting so genial ist …)

Wichtig ist, dass Sie in einen Schreibfluss kommen und schreiben, schreiben, schreiben. Ohne den Stift abzusetzen!

Sie können auch Wellenlinien machen oder kritzeln, dass Ihnen jetzt gerade nichts einfällt.

Hauptsache Ihr Stift bleibt in Bewegung bis Sie wieder einen Faden haben.

So kommen ihre Gedanken zu Papier – als Sätze, Fragmente oder einzelne Worte. Schreiben Sie – ohne sie zu bewerten und ohne nach der „richtigen“ Formulierung zu suchen.

Wenn die Zeit um ist, tippen Sie Ihren Rohtext noch in eine Worddatei und dann:

4. Lassen Sie diesen Rohtext ein wenig liegen.

Mein Tipp: Halten Sie Abstand.

Am besten Sie lassen ihn über Nacht liegen. Oder Sie machen einfach mal eine längere Pause und beschäftigen sich mit was anderem.

Dann bekommen Sie Abstand und können Ihren Text mit anderen Augen lesen.

Bevor Sie weitermachen, drucken Sie den Text aus und freuen Sie sich zuerst einmal, dass Sie bereits einen ersten rohen Text haben.

5. Überarbeiten Sie den Text.

Mein Tipp: Lautes Vorlesen ist ein guter Anfang.

Nun lesen Sie sich den Text laut vor. Merken Sie schon, wo er unrund klingt und Ihnen die Luft ausgeht ?

Denn dieser Text ist schlicht ein Rohtext, ein „shitty first draft“ wie es die amerikanische Schriftstellerin und Schreibtrainerin Anne Lamotte bezeichnet.

Machen Sie sich beim lauten Vorlesen Notizen und Anmerkungen bei jenen Stellen, die Sie überarbeiten möchten.

Denn nun geht’s ans Handwerk!

Text überarbeiten

Polieren Sie Ihren Text auf und überarbeiten Sie:

  • WAS Sie sagen wollen und
  • WIE Sie es sagen.

Das heißt Sie überprüfen Ihren Text

  • inhaltlich
  • sprachlich
  • stilistisch
  • und gliedern ihn.

Eventuell holen Sie sich Feedback von jemanden anderen.

Es kann sein, dass Sie immer und immer wieder über den Text drübergehen. Aber bearbeiten Sie ihn nicht zu Tode. Irgendwann ist es genug und der Text ist fertig.

(Zu der Frage, wann ein Text denn fertig ist, schreib ich ein anderes Mal einen Blogbeitrag 😊)

Erst ganz zum Schluss: Prüfen Sie den Text auf Rechtschreib- und Grammatikfehler.

Und nun seien Sie stolz auf sich!

Veröffentlichen Sie Ihren Text, schicken Sie ihn in die weite Welt zu Ihren Newsletter-AbonnentInnen und freuen sich, dass Sie Ihre Schreibblockade überwinden konnten!

So wie ich jetzt 😊

(c) Zur guten PR: Das Foto habe ich übrigens vor einigen Jahren in Chile aufgenommen und irgendwie passt Wasser für mich zum Thema. Es geht ja darum, in den Schreibfluss zu kommen, dass die Worte nur so aufs Papier sprudeln.

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Welche Schreibhemmungen machen Ihnen zu schaffen? Wie können Sie Ihre Schreibblockade überwinden?

Ich freu mich auf Ihren Kommentar!