Wie Sie einen Presseverteiler erstellen und aufbauen

Immer wieder taucht in meinen Beratungsgesprächen die Frage auf: „Presseverteiler – was ist das? Und wie kann ich jetzt einen Presseverteiler erstellen? Wie finde ich die Journalisten-Kontakte“ (und jene der Journalistinnen)?

Die Antwort ist simpel: recherchieren.

Hier gebe ich Ihnen ein paar Tipps, wie Sie schnell zu den richtigen Medien-Kontaktdaten kommen. (Und sich so sparen, einen Presseverteiler zu kaufen.)

1. Schauen Sie in meine kostenlose Medienliste mit den „111 wichtigsten Medien für Österreich“

Die Medienliste gibt Ihnen einen ersten Einblick in die österreichische Medienlandschaft mit rund 3.500 Medien. Sie ist eine super Grundlage für Ihren Presseverteiler Österreich.

Wenn Sie es ausführlicher brauchen, investieren Sie ins Medienhandbuch des VÖZ oder in die kostenpflichtige APA OTS-Journalisten-Datenbank.

Auch der Journalisten- und Medienindex des Index-Verlages https://www.indexverlag.at ist eine wahre Fundgrube.

Wenn Sie mit Pressearbeit starten, macht es ohnehin Sinn, sich auf weniger Medien zu konzentrieren. Und zwar auf jene, die wirklich gut zu Ihnen und Ihrer Zielgruppe passen. Das müssen nicht die großen und bekannten Zeitungen oder TV-Sender sein.

Oft sind es Fachzeitschriften und Magazine mit kleinerer Reichweite. Sie sind trotzdem ein Treffer ins Schwarze – wenn Ihre WunschkundInnen genau das lesen, hören, sehen.

2. Fragen Sie Google.

(… oder Ecosia, wenn Sie mit Ihrer Suche nach Medienkontakten gleichzeitig einen Baum pflanzen wollen.)

Recherchieren Sie im Internet nach konkreten Ansprechpersonen in den Redaktionen.

Bei größeren Medienunternehmen findet man auf deren Website oft allgemeine Redaktionsadressen, manchmal zumindest die RessortleiterInnen, hin und wieder gar das ganze Redaktionsteam.

Hier ein paar Beispiele:

Auf manchen Websites von TV- und Radiosendern finden Sie zudem eine Liste der ModeratorInnen.

Wenn Sie nicht fündig werden:

Schauen Sie auf jeden Fall ins Impressum, das jedes Online-Medium haben muss.

(Bei allen Printmedien wie Zeitungen, Zeitschriften, Magazine finden Sie das Impressum am Anfang oder Ende einer Ausgabe.)

JournalistInnen in Social Media finden

JournalistInnen sind natürlich ebenso in Social Media unterwegs und suchen oft in Facebook-Gruppen nach InterviewpartnerInnen.

Eine Journalistin such auf Facebook nach InterviewpartnerInnen.

Wenn Sie im Internet nicht fündig werden:

3. Rufen Sie an …

… und erkundigen sich direkt bei der Zeitung, beim TV- oder Radiosender nach der richtigen AnsprechpartnerIn.

Dazu sollten Sie bereits wissen, in welchem Ressort Sie Ihre Geschichte anbieten wollen.

4. Werden Sie zum Medienjunkie!

Lesen, lesen, lesen Sie.

Gehen Sie mal in eine richtig große Buchhandlung und stöbern Sie in den Zeitschriften. Oder online hier auf austria Kiosk und iKiosk

Ich wette, Sie finden einige Titel, die Sie noch nicht am Radar hatten.

Studieren Sie das Fernseh- und Radioprogramm und schauen bzw. hören Sie sich verschiedene Sendungen an, die Ihre KundInnen konsumieren könnten.

 

Wer berichtet regelmäßig über Ihr Thema? 

Die meisten Berichte sind mit den Namen der RedakteurIn versehen. Diese/r interessiert sich anscheinend für Ihr Thema oder hat einen Bezug dazu.

Erscheint ein Bericht zu Ihrem Thema, nützen Sie die Chance und schreiben Sie der JournalistIn:
Gratulieren Sie ihm/ihr oder schreiben Sie, welchen Aspekt Sie als ExpertIn noch einbringen können.

5. Fragen Sie Ihre FreundInnen.

Angeblich kennt ja jeder jeden über 7 Ecken.

Erkundigen Sie sich daher bei Ihrer Familie, FreundInnen, Bekannten, ob und welche JournalistInnen diese kennen. Vielleicht ist der/die Richtige dabei oder weiß, wer der/die zuständige KollegIn beim Medium ist.

Meist komm man mit einer solchen Empfehlung als TüröffnerIn schneller ins Gespräch (- ist aber noch lange kein Garant für einen Bericht 😉).

6. Die Logik von Mailadressen

Wenn Sie den Namen der JournalistIn haben, können Sie manchmal die Mailadresse „erraten“.

Manche Zeitungen verweisen in ihrem Impressum auf Ihre Maillogik:

z. B. Vorname.nachname@medium.at

Wenn sich diese nicht eruieren lässt oder die/der JournalistIn ein/e freie/r MitarbeiterIn ist, dann wieder zu Punkt 3.

 

E-Mails an allgemeine Redaktions-Adressen gehen mit hunderten anderen E-Mails gern unter. 

7. Was tun mit all den Kontakten?

Erstellen Sie einen Presseverteiler. Dazu reicht eine einfache xls-Tabelle.

Ein Presseverteiler ist eine lebendige Liste (und wird nie fertig ;-).
Sie verändert sich ständig, weil JournalistInnen kommen und gehen und so werden Sie auch immer wieder neue für Sie relevante Medien/AnsprechpartnerInnen kennenlernen.

 

Pflegen Sie Ihren Presseverteiler so gut es geht und Ihre Zeit erlaubt. 

Zum Schluss noch ein Tipp:

Beachten Sie auf jeden Fall rechtliche Bestimmungen im ECG (E-Commerce-Gesetz) sowie in der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) zum Versand von E-Mails sowie Einwilligung und Aufzeichnung von Daten.

Weitere rechtliche Infos finden Sie hier:

© pixabay-Bru-nO

Welche Erfahrungen haben Sie schon beim Recherchieren von JournalistInnen-Kontakten und beim Erstellen von Ihrem Presseverteiler gemacht?

Hinterlassen Sie mir einem Kommentar!